Glossar

Die wichtigsten Begriffe rund um Photovoltaik, Speicher und Wärmepumpe — in einfacher Sprache erklärt.

Amortisation

Die Amortisationszeit ist der Zeitraum, bis die Investition in die Anlage durch eingesparte Stromkosten und Einspeisevergütung wieder hereingeholt ist. Ab diesem Punkt erwirtschaftet die Anlage echten Gewinn. Bei einer typischen PV-Anlage liegt die Amortisation je nach Eigenverbrauch, Strompreis und Kosten bei etwa 9–14 Jahren — bei einer Lebensdauer von 25+ Jahren bleiben also viele Jahre Rendite. Wir rechnen sie über drei Strompreis-Szenarien, weil die künftige Preisentwicklung den Zeitpunkt stark beeinflusst.

auch: Amortisationszeit · Amortisationsdauer

ARENH

ARENH war das französische Regulierungssystem, das Energieversorgern Zugang zu Atomstrom von EDF zu einem staatlich festgelegten Preis garantierte. Es lief Ende 2025 aus; seit 1. Januar 2026 gilt eine neue Regelung mit einem garantierten Durchschnittspreis von rund 70 €/MWh (7 Ct/kWh) statt vorher 4,2 Ct/kWh.

auch: Atomstrom-Regulierung Frankreich

Autarkie

Der Autarkiegrad beschreibt, wie unabhängig du vom Stromnetz wirst: Welchen Anteil deines gesamten Jahresverbrauchs deckst du aus eigener Solarproduktion? Autarkie ist nicht dasselbe wie Eigenverbrauch — Eigenverbrauch betrachtet den erzeugten Strom (wie viel davon nutze ich selbst?), Autarkie den verbrauchten Strom (wie viel davon kommt vom eigenen Dach?). Ohne Speicher liegt die Autarkie meist bei 25–35 %, mit Speicher sind 50–70 % erreichbar. Volle Autarkie (100 %) ist mit Hausspeichern praktisch nicht erreichbar, weil im Winter zu wenig Sonne kommt.

auch: Autarkiegrad · Autarkiequote · Unabhängigkeit

BEG

Die BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude) ist das zentrale Förderprogramm des Bundes für energetische Maßnahmen an Wohngebäuden. Für den Heizungstausch — etwa den Einbau einer Wärmepumpe im Bestand — gibt es einen Zuschuss über die KfW (Zuschuss 458), der sich aus einer Grundförderung und mehreren Boni zusammensetzt (Klima-Geschwindigkeits-Bonus, Einkommens-Bonus). Daneben fördert die BEG auch Dämmung, Fenster und Anlagentechnik. Die Sätze und Bedingungen ändern sich regelmäßig; verbindlich ist stets die jeweils gültige Richtlinie und der Zuschussbescheid der KfW.

auch: Bundesförderung für effiziente Gebäude · BEG-Förderung · BEG Einzelmaßnahme

Blackout

Ein großflächiger, unkontrollierter Zusammenbruch der Stromversorgung im gesamten Netz — nicht zu verwechseln mit einer lokalen, meist kurzen Versorgungsunterbrechung, wie sie z. B. durch Bauarbeiten oder Wetter entsteht. Deutschland hatte bislang keinen flächendeckenden Blackout; die durchschnittliche Versorgungsunterbrechung pro Verbraucher lag 2024 bei 11,7 Minuten im Jahr (Bundesnetzagentur).

auch: Blackouts

COP

Der COP (Coefficient of Performance) ist das Verhältnis von abgegebener Wärme zu eingesetztem Strom in einem bestimmten Betriebspunkt, gemessen unter Normbedingungen. Ein COP von 4 heißt: 1 kWh Strom ergibt 4 kWh Wärme. Der COP ist ein Momentanwert im Labor — für die tatsächlichen Heizkosten ist die JAZ (Jahresarbeitszahl) aussagekräftiger, weil sie den Durchschnitt über ein ganzes Jahr mit allen Temperaturen abbildet.

auch: Coefficient of Performance · Leistungszahl

Degradation

Solarmodule verlieren mit den Jahren etwas Leistung — dieser Effekt heißt Degradation. Üblich sind rund 0,5 % pro Jahr, sodass ein Modul nach 25 Jahren noch etwa 85–90 % seiner ursprünglichen Leistung bringt. Hersteller geben darauf meist eine Leistungsgarantie. Wir berücksichtigen die Degradation in der Amortisationsrechnung, weil der jährliche Ertrag dadurch über die Laufzeit leicht sinkt.

auch: Modul-Degradation · Leistungsverlust

Degression

Die Degression ist das gesetzlich festgelegte, schrittweise Absinken der Einspeisevergütung für neu in Betrieb genommene Anlagen (aktuell etwa 1 % pro Halbjahr). Wer früher baut, sichert sich einen höheren Satz — der dann aber für die gesamten 20 Jahre fix bleibt. Nicht zu verwechseln mit der Degradation, dem altersbedingten Leistungsverlust der Module.

Dunkelflaute

Ein Zeitraum mit wenig Wind und wenig Sonne gleichzeitig, in dem Wind- und Solaranlagen kaum Strom liefern. Je nach Definition gab es davon 2025 in Deutschland 19 bis 22 Tage, rund 6 % des Jahres. Mehrtägige Dunkelflauten (eine Woche oder länger mit durchgehend schwacher Erzeugung) sind die eigentliche Herausforderung, weil sie die Kapazität heutiger Batteriespeicher übersteigen.

auch: Dunkelflauten

Eigenverbrauch

Der Eigenverbrauch ist der Anteil des selbst erzeugten Solarstroms, den du direkt im Haushalt nutzt, statt ihn ins öffentliche Netz einzuspeisen. Er ist der wichtigste Faktor für die Wirtschaftlichkeit: Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart dir den vollen Strompreis (ca. 31 ct), während eingespeister Strom nur die deutlich niedrigere Einspeisevergütung (ca. 8 ct) bringt. Speicher, Wärmepumpe und E-Auto erhöhen den Eigenverbrauch, eine sehr große Anlage relativ zum Verbrauch senkt ihn.

auch: Eigenverbrauchsanteil · Eigenverbrauchsquote

Einspeisevergütung

Die Einspeisevergütung ist der nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) garantierte Betrag, den du für jede ins Netz eingespeiste Kilowattstunde Solarstrom erhältst. Sie ist ab Inbetriebnahme 20 Jahre lang fest und sinkt für Neuanlagen halbjährlich leicht (Degression). Die Höhe hängt von der Anlagengröße und davon ab, ob du teil- oder volleinspeist. Aktuell liegt sie bei rund 8 ct/kWh (Teileinspeisung) bzw. rund 12 ct/kWh (Volleinspeisung) für kleine Anlagen — deutlich unter dem Strompreis, weshalb hoher Eigenverbrauch sich mehr lohnt als Einspeisen.

auch: EEG-Vergütung · Einspeisetarif

Grenzkosten

Die Kosten, die ein Kraftwerk für die nächste erzeugte Kilowattstunde hat, vor allem Brennstoffkosten. Wind, Solar und Atomkraft haben niedrige Grenzkosten, Gaskraftwerke hohe.

Grundlastfähig

Ein Kraftwerk ist grundlastfähig, wenn es konstant und rund um die Uhr Strom liefern kann — klassisch Kohle- oder Kernkraftwerke. Im Erneuerbaren-System wird das zunehmend durch die Residuallast als Planungsgröße abgelöst.

auch: Grundlast · grundlastfähig

JAZ

Die Jahresarbeitszahl (JAZ) ist die wichtigste Effizienzkennzahl einer Wärmepumpe: Sie gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme die Pumpe übers ganze Jahr pro eingesetzter Kilowattstunde Strom erzeugt. Eine JAZ von 3,5 bedeutet, aus 1 kWh Strom werden 3,5 kWh Wärme. Je höher die JAZ, desto günstiger die Heizkosten. Sie hängt vor allem von der Vorlauftemperatur (Fußbodenheizung besser als alte Heizkörper) und der Wärmequelle ab (Erdwärme effizienter als Außenluft). Anders als der COP, der nur einen Betriebspunkt misst, ist die JAZ der reale Jahresdurchschnitt.

auch: Jahresarbeitszahl

Kapazitätsmechanismus

Ein Bezahlmodell, bei dem Kraftwerksbetreiber schon dafür Geld bekommen, dass sie Leistung bereithalten — nicht nur für tatsächlich gelieferten Strom. Soll die Versorgung in Extremzeiten wie Dunkelflauten absichern. In Deutschland ab 2028 geplant.

kWh

Die Kilowattstunde (kWh) ist die Maßeinheit für Energiemenge — also wie viel Strom über eine Zeit verbraucht oder produziert wird. Nicht zu verwechseln mit kWp (Leistung): kWp sagt, wie stark die Anlage maximal ist, kWh sagt, wie viel sie tatsächlich liefert oder ein Speicher fassen kann. Ein durchschnittlicher Vierpersonenhaushalt verbraucht etwa 3.800 kWh im Jahr.

auch: Kilowattstunde · Kilowattstunden

kWp

kWp (Kilowatt-Peak) ist die Maßeinheit für die Leistung einer Photovoltaikanlage. Sie gibt an, wie viel Leistung die Anlage unter genormten Testbedingungen (1.000 W/m² Sonneneinstrahlung, 25 °C) maximal liefert. Eine 10-kWp-Anlage produziert in Deutschland je nach Standort grob 9.500–11.500 kWh Strom pro Jahr. Als grobe Daumenregel braucht 1 kWp rund 5 m² Dachfläche und kostet aktuell etwa 1.250–1.400 € inklusive Installation.

auch: Kilowatt-Peak · Kilowattpeak

Merit-Order

Das Prinzip, nach dem an der Strombörse das jeweils teuerste noch benötigte Kraftwerk den Preis für alle Anbieter setzt. Da oft Gaskraftwerke die letzte Lücke schließen, bestimmt der Gaspreis häufig den gesamten Strompreis — auch wenn der meiste Strom aus günstigeren Quellen stammt.

NOCT

NOCT (Nominal Operating Cell Temperature) ist die Temperatur, die eine Solarzelle unter realistischen Betriebsbedingungen erreicht (800 W/m² Einstrahlung, 20 °C Luft, 1 m/s Wind) — typisch rund 45 °C. Module verlieren bei Hitze an Leistung, deshalb nutzen wir die NOCT zusammen mit dem Temperaturkoeffizienten in der Live-Simulation, um aus aktuellen Wetterdaten die momentane PV-Leistung zu schätzen. An kühlen, sonnigen Tagen liefert eine Anlage daher oft mehr als an heißen.

auch: Nominal Operating Cell Temperature · Normale Betriebstemperatur

Redispatch

Das kurzfristige An- und Abregeln von Kraftwerken durch die Netzbetreiber, um Engpässe im Stromnetz auszugleichen. Verursacht Zusatzkosten, die über die Netzentgelte auf den Strompreis umgelegt werden.

Residuallast

Der Stromverbrauch, der nach Abzug der Wind- und Solarerzeugung übrig bleibt und durch Speicher, Importe oder andere Kraftwerke gedeckt werden muss.

auch: Residuallastkurve

SAIDI

Die von der Bundesnetzagentur erhobene durchschnittliche Dauer von Stromausfällen pro Verbraucher und Jahr. 2024 lag der Wert für Deutschland bei 11,7 Minuten, ein international sehr niedriger Wert (zum Vergleich: USA 70–80 Minuten).

Speicherkapazität

Die Speicherkapazität gibt an, wie viel Strom ein Batteriespeicher fasst — gemessen in Kilowattstunden (kWh). Sie verschiebt überschüssigen Solarstrom vom Mittag in die Abend- und Nachtstunden und erhöht so den Eigenverbrauch. Mehr Kapazität hilft aber nicht unbegrenzt: Ab einer gewissen Größe ist der Speicher im Sommer ohnehin voll und im Winter reicht die Sonne nicht zum Laden. Typisch sind 5–10 kWh für ein Einfamilienhaus.

auch: Batteriekapazität · Speichergröße

Spezifischer Ertrag

Der spezifische Ertrag (kWh/kWp/Jahr) gibt an, wie viel Strom eine Anlage pro installiertem Kilowatt-Peak und Jahr produziert. Er hängt stark vom Standort, der Dachausrichtung und -neigung ab: In Süddeutschland sind über 1.100 kWh/kWp möglich, an der Nordseeküste eher 950–1.000. Wir holen den ortsgenauen Wert über deine Postleitzahl aus der PVGIS-Datenbank der EU-Kommission. Multipliziert mit der Anlagengröße ergibt sich der Jahresertrag in kWh.

auch: kWh/kWp · Ertrag · Jahresertrag

Teileinspeisung

Bei der Teileinspeisung (auch Überschusseinspeisung) verbrauchst du den Solarstrom vorrangig selbst und speist nur den nicht genutzten Überschuss ins Netz ein. Das ist der Regelfall für Haushalte, weil der selbst genutzte Strom (gesparter Strompreis ~31 ct) deutlich mehr wert ist als die Einspeisevergütung (~8 ct). Die Einspeisevergütung ist bei Teileinspeisung niedriger als bei Volleinspeisung, dafür sparst du beim eigenen Verbrauch.

auch: Überschusseinspeisung

Volleinspeisung

Bei der Volleinspeisung wird der komplette Solarstrom ins Netz eingespeist, ohne dass du selbst etwas davon nutzt. Als Ausgleich ist die Einspeisevergütung deutlich höher als bei Teileinspeisung (rund 13 statt 8 ct/kWh bei kleinen Anlagen). Das lohnt sich vor allem bei sehr geringem eigenem Stromverbrauch oder auf einem reinen Investitions-Dach. Für die meisten Haushalte ist Teileinspeisung wirtschaftlicher, weil der gesparte Strompreis höher ist als die Mehrvergütung.

Alle Berechnungen und Angaben sind unverbindliche Näherungswerte ohne Anspruch auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit und stellen keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung dar.